Project 333

Der Minimalismus kann ganz schön brutal sein. Man muss sich mit sich selber auseinandersetzen. Man muss sich vom gesellschaftlichen Druck befreien. Wir wollen alle irgendwo dazugehören und etwas darstellen. Aber macht es uns glücklich?

Fast wöchentlich bestellte ich Kleidung, fühlte mich angezogen von Discounter Läden. Die roten Prozentzeichen Schilder haben mich angezogen wie das Licht die Motten. Hier und da 10-20 Euro, das tut doch keinem weh. Von wegen… am Ende des Monats fragten wir uns wo denn das ganze Geld geblieben ist.

Meine schöne Kommode im Schlafzimmer wurde mehr von der Kleidung zusammengehalten wie von den Schrauben. Dennoch stand ich morgens auf und wusste nicht was ich anziehen sollte. Letztendlich landete ich immer wieder bei fast denselben Outfits. Wozu dann der Drang immer wieder etwas kaufen zu wollen ? Wozu die vollen Schränke und Schubläden.

Ich fange langsam an umzudenken. Es ist ein Prozess der lange dauert. Ich hätte nicht gedacht, dass er so schwierig sein kann. Es ist ja nicht nur damit getan auszumisten oder einfach nichts zu kaufen. Ich muss mich mit mir selber beschäftigen. Was mache ich nun mit der Zeit, die ich nicht online oder im Geschäft nach dem neuesten Schnäppchen stöber. Ich muss mich mit mir selber auseinandersetzen. Meine Gedanken und mein Verlangen nach Shoppen umlenken. Was machen Menschen, die nicht dem Konsum verfallen sind?

Natürlich ist das nicht immer möglich. Aber dennoch bin ich auf dem richtigen Weg. Ich muss nun mal Kleidung für meine Kinder kaufen. Sie wachsen ja auch oder haben einen größer Verschliss. Aber diesmal habe ich mich nicht mehr so leicht irritieren lassen. Vor dem Einkauf habe ich mir klare Gedanken gemacht, was sie wirklich brauchen. Für mich selber habe ich nicht eingekauft.  Ich kann euch nicht sagen, wie herausfordernd das war.

Sicherlich haben viele von euch von Project 333 gehört. Hochmotiviert öffnete ich meine klapprige Kommode und wollte mir 33 Teile für 3 Monate aussuchen. Ich konnte mich garnicht entscheiden. Ich konnte mich aber entscheiden Kleidung auszusortieren.

Zum ersten Mal schaute ich mir alles an mit dem Gedanken,

würde ich das in den nächsten 3 Monaten tragen??

Insgesamt habe ich nun mittlerweile vier 120L Mülltüten mit Kleidung gefüllt. Was für eine Verschwendung !! Ich konnte die Schubladen reparieren und meine Kommode scheint mich fast erleichtert anzulächeln.

Das Project 333 steht mir noch bevor. Ich bin gespannt, ob ich es tatsächlich 3 Monate aushalte kein Geld für Kleidung oder Accessoires auszugeben. Aber für heute habe ich mein Training zum Minimalismus absolviert.

 

Werbeanzeigen

Minimalismus

Seit langer Zeit füttere ich nun meinen Blog wieder. Ich habe lange überlegt was ich schreibe sollte und ob dieser Blog weiterhin nur meine kreative Seite zeigen sollte.

Ich bin zu dem Entschluss gekommen auch andere Themen anzutasten, die mich beschäftigen. Vielleicht interessiert es euch ja auch. Ich gehe auch irgendwie davon aus, dass kaum jemand dieses lesen wird. 🙂

Ich bin auf der Suche nach Glück und Erfüllung…. sind wir das nicht alle 🙂 ?

Ich frage mich, was dazu gehört ein erfülltes und glückliches Leben zu leben. Ich fühle mich im Alltag voll. der Kopft scheint zu explodieren. Ich kann mir kaum etwas merken, bin ungeduldig mit meinen Kindern und meinem Mann. Ich kann ihnen kaum gerecht werden. Ich fühle mich zum Teil geradezu lieblos mit Ihnen im Umgang. Ich funktioniere… ja das ist ganz bewußt das Wort mit dem ich mich beschreiben möchte. Funktionieren….

Aber Glück muss sich doch anders anfühlen. Wenn ich andere junge Familien sehe, bin ich neidisch. Wie entspannt sie doch aussehen. Es scheint als ob sie garkeinen Stress haben. Die kinder lachen und die Eltern halten Händchen. Oh Gott… sowas banales, Händchen halten…selbst das scheint für mich wie aus einer Traumwelt entschlüpft zu sein.

Unsere Kinder sind jung und anspruchsvoll. Wir wohnen weit weg von der Familie und somit bin ich zuhause mit den Kindern. Ich liebe sie und ich wünschte ich wäre wacher, entspannter, einfallsreicher, aktiver, vor allen Dingen liebevoller. Ich versuche mein Bestes zu geben. Doch ich fühle mich verloren. Wo oder wer bin ich?

Und gerade diese Antwort suche ich. Ich fühle mich als ob ich mich freischwimmen möchte. Ballast muss weg. Ich empfinde nicht meine Kinder als Ballast, vielmehr das alles drumherum. Der Dachboden steht voll, unter den Betten verschwinden Sachen die man eh in ein paar Tagen vergessen hat. Benutze ich wirklich alles was im Bad steht oder in der Küche? Ziehe ich alles an, was sich im Kleiderschrank stapelt?

Ich bin auf den Minimalismus aufmerksam geworden. Ich habe darüber gelesen und Dokumentationen gesehen. Ich war fasziniert und motiviert. Seit langer Zeit war ich richtig motiviert und ja…. geradezu irgenwie – glücklich !!

Ich fing voller Vorfreude auf das Glück an meine Küche auszusortieren. Auflaufformen, Gläser, Tassen, Besteck…. alles musste durch eine gründliche Kontrolle durch.

  • brauche ich das wirklich
  • habe ich es doppelt
  • wann habe ich es das letzte Mal benutzt
  • würde ich eher zu etwas anderem greifen

Ihr könnt euch nicht vorstellen wieviel ich weggeworfen, verschenkt oder verkauft habe. Es tat mir sehr gut. Mein Mann spielte bereitwillig mit, will er doch auch eine glückliche Frau haben. Weiter ging es auf dem Dachboden, im Kleiderschrank, im Bad …. wochenlang ging das. Minimalismus ist ein Prozess der lange dauert.

Er kann befreien… den Kopf frei machen.

Die ganzen Wochen nun habe ich brav ausgemistet. Und nun ? Bin ich glücklich? hmm… ich schaue mich um und sehe und erlebe immer noch Chaos. Sollte ich weiterhin ausmisten? Ich finde es bewunderswert wie andere mit gebügelten Sachen frisch aussehend morgens um 8 auf der Matte stehen. Ich kriege es gerade man hin nicht nackt vor die Türe zu treten und das Make up vom Vortag irgenwie nicht ganz so verschmiert erscheinen zu lassen. Vorher nochmal alle zusammengepfiffen das sie sich beeilen müssen und um punkt 9 Uhr fühle ich mich schon so als ob es 17 Uhr schon durch wäre. Mein Energielevel startet schon ziemlich niedrig und, sagen wir mal so, nimmt eine rapide Talfahrt vor sobald ich am Frühstückstisch sitze.

Woran kann das liegen ?

Ich denke ich bin ein hoffnungsloser Chaot. Darf man Chaot sein mit Kindern, auch noch als Frau ??? Ich glaube Männern wird das eher verziehen. Die Frau muss organisieren können… kochen, putzen, arbeiten, immer liebevoll und geduldig zu den Kindern und am Besten abends dem Mann noch ein leckeres Essen auf den Tisch stellen und ihm die Haare kraulen.

Fakt ist, ich hab garkeine lust mehr auf Haare kraulen. Der Kopf ist immer noch voll. Ich könnte schreien. Am liebsten würde ich einen Koffer packen. Alles was ich brauche in einen Koffer. Der Rest kann weg. Das klappt doch auch wenn man mit der kompletten Familie in den Urlaub fährt.

Natürlich geht das nicht….. oder etwas doch ?!

Ich wünschte ich hätte eine wirkliche Verbesserung gesehen nach dem Ausmisten. Es kommt mir vor wie einen unendliche Geschichte. Ist man jemals damit fertig ??

In der Dokumentation waren die Minimalisten natürlich ausgesprochen glücklich, diszipliniert und unglaublich ordentlich. Aber auch so leichtlebig. Sie schwebten geradezu durch den Alltag.

Ich geben nicht auf…. vielleicht ist Minimalismus wie abnehmen oder wie Sport treiben. Zwischendurch kommt ein Tief und der Trick ist nicht aufzugeben.

Ich versuche am Ball zu bleiben, für mich, für meine Kinder und für meinen Mann. Damit wir auch irgendwann morgens um 8 Uhr lächelnd auf der Matte stehen…mit zerknitterten Shirts…. ein Bügelfreund werde ich wohl nie. 😉